Die einzig wahre Art der Streetphotography (Straßenfotografie)

Fast jeder heute hat eine Knipse. Das ist schön. Und wahrscheinlich gab es noch nie so viel Fotos wie heute. Am einfachsten ist es, man hält einfach drauf. Wo man steht, wo man geht. Straßenfotografie ist eine tolle Spielwiese. Hier der Link zu ziemlich genialen Bildern, die man in Großbritannien macht bei Flickr.

Straßenszenen eben alles, und Alltagsbilder. Und häufig nicht unproblematisch, weil dort Personen auftauchen, die das vielleicht gar nicht wollen. Aber zur Frage des Urheberrechts später einmal mehr.

Nur: Mit der wahren Art der Straßenphotographie hat das nichts zu tun. Nimmt man das Metier ernst, sieht es eher so aus:

Street-Photo

Street-Photo mit Fehlern

Hier steht die Straße im Zentrum des Bildes. Man erkennt aber auch den noch vorhandenen Fehler! Man sieht Autos, Gebäudeteile, Bäume, einen Bordstein. Störende Elemente mithin. Echte Straßenphotographie macht auch damit endlich Schluss:

Brahmsweg

Brahmsweg

Endlich einmal ein Bild einer Straße!

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Pustekuchen. Wir reden nicht von Weg-Photography!

Rudolf-Breitscheid-Straße

Rudolf-Breitscheid-Straße

Am Ziel! Endlich am Kern der Sache angekommen. Das Foto einer Straße, endlich ohne störende Nebensächlichkeiten. Wie schön, wie ausdrucksvoll, wie klar in der Aussage, wie präzise, wie objektiv. Endlich auch nicht mehr so eine Geheimniskrämerei wie: Was will uns das Foto sagen, was will uns der Fotograf sagen.

Bernd und Hilla Becher war im Prinzip schon auf dem richtigen Weg mit ihrer objetiven Fotografie. Aber sie haben es am Ende doch mit der Art der Präsentation wieder aufgehoben und mit der Umsetzung für den Kanon der Kunst unnötig mit Bedeutung aufgeladen.

Ich sah einige ihrer Fotos unlängst beim Besuch eines Notars – so bekommt Kunst ihr Geschmäckle. (Nichts gegen den Berufsstand des Notars, aber das hat was Klugbürgerliches, was man irgendwie bemerken soll und den Kunstverstand des Besitzers gleichwohl ohne direkt mit der Nase drauf zu stoßen, exponiert. Sei es drum.)

Man kann natürlich die Straßenphotographie auch dramatisieren.

Historische Straßenfotografie

Historische Straßenfotografie

Unter dem Asphalt, Spuren des originalen Straßenbelags. Die Straße bemächtigt sich hier des Wegs. Eine üble Sache und an sich viel zu redselig so ein Foto.

Ich fordere hiermit alle sogenannten Straßenfotografen auf, ihr Genre ernst zu nehmen und nicht mit plumpem Bildgequatsche die einzig wahre Art der Straßenphotographie zu konterkarieren.

Google Street View ist auf dem richtigen Weg. Aber zu inkonsequent.

Huflaikhan

Martin Hufner ist Musikjournalist und -kritiker.

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6 Antworten

  1. carodame sagt:

    Ah, ein Junge. Wird er gestillt? Empfehle nahrhaftes Straßenpanoramabokeh. Mit Hund. Oder Fahrrad.
    Schöne Feiertage. Schielt Euch frei. ;)

  2. Pe Pa sagt:

    Ob das ein Junge ist, wissen wir noch nicht so genau. Das wird sich im Verlauf erst zeigen.
    Wisst Ihr denn schon, was es bei Euch ist? Also so ganz in der Realität und so? *neugier* :)
    Euch jedenfalls auch ganz wundervolle und entspannte Feiertage. :)

  3. carodame sagt:

    Ein Junge. Leider wird er ungewollt früher erscheinen müssen, schätze so in den nächsten 24 h(Blasensprung…)Es ist spannend und sonst alles i.O. Bis demnäxxt….

  4. Pe Pa sagt:

    Oh, dann wird es wohl noch ein Christkind? Wünsche Euch alles alles Gute und drücke fest die Daumen, dass es Mutter und Kind und Vater, Oma und Opa gut gehen mag!

  5. carodame sagt:

    Klein. Leicht. Gestern. Kuno.

    (Nicht Opa sagen… ;) )

  6. Pe Pa sagt:

    Puh!
    Herzlichen Glückwunsch und Kuno ein herzliches Willkommen!

    (Okay, dann nicht Opa…. ;) )

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