Eine Zusammenstellung aller Ausdrücke für Sterben ohne Rücksicht auf den sprichwörtlichen Charakter …

Mit der Zeit verblasst auch das Verblassen.

Wie verblasst doch alles ... Foto: Hufner

Wie verblasst doch alles … Foto: Hufner

„Eine Zusammenstellung aller Ausdrücke für Sterben ohne Rücksicht auf den sprichwörtlichen Charakter derselben hat Theodor Berndt im Braunschweiger Magazin, 1813, Stück 13 und 14, S. 199 fg. gegeben. Danach sagt man in Wortverbindungen und Redensarten: von hinnen fahren, in einfachen Ausdrücken für sterben: abblühen, abfahren, abkratzen, ableben, abreisen, abrutschen, abscheiden, abschieben, abschurren, absegeln, absterben; ausathmen, auskämpfen, ausleben, ausmachen; dahinblühen, dahinfahren, dahinscheiden, dahinsterben; einschlafen, einschlummern; enden; entblühen, entschlafen, entschlummern; erblassen, erbleichen, erkalten, erstarren, ersterben; hinblühen, hinfahren, hingehen, hinscheiden, hinsterben; hinüberschlummern; hinwegblühen, hinwegscheiden, hinwegsterben; toden (in der Schweiz), umkommen; untergehen; verblassen, verbleichen, verblühen, verderben, vergehen, verrecken, verröcheln, verscheiden, versterben, verwelken; vollenden; gehen; scheiden; der Natur seine Schuld, seinen Zoll abtragen, entrichten, die grosse Reise antreten, die Augen schliessen, zudrücken; das Licht seiner Augen erlischt, sein Auge bricht, seine Augen fallen zu, es geht mit ihm zu Ende, es ist mit ihm am Ende; ausgehen, wie ein Licht, zur Leiche werden, aufhören zu leben, zu sein, das Lehen einbüssen, aushauchen, lassen, im Stiche lassen, beschliessen, verlassen, verlieren; ums Leben kommen, des Lebens beraubt werden; sich vom Leben trennen, seine Tage, seine Lebenszeit enden, beschliessen, am Lebensziel sein, die Erde, dies Jammerthal, die Welt, das Zeitliche verlassen, den Schauplatz der Erde, der Welt verlassen, von demselben abtreten, seine Lebensrolle ausspielen; von der Erde, aus dem Zeitlichen abgerufen, genommen, hinweggefordert, hinweggerufen, hinweggenommen werden, von der Erde weggerafft, hinweggetilgt, vertilgt werden; das Zeitliche segnen oder gesegnen; seinen Tod finden, mit Tode abgehen, Todes verfahren, dahinsinken, dem Tod in die Arme sinken, sich mit dem Tode vermählen; der Tod bricht, schliesst ihm die Augen, drückt ihm die Augen zu; vom Tode, von Freund Hein abgeführt, abgeholt, weggeholt, dahingerafft, weggerafft hinweggerafft, hinweggerissen, vom Tode ereilt werden; von den Geschossen, den Pfeilen des Todes erreicht, getroffen, erlegt werden; vom Tode abgemäht, weggemäht, erlegt, abgesichelt, hingestreckt, weggebirst werden, dem Tode erliegen, unter den Streichen, unter der Sichel des Todes erliegen, ein Raub, eine Beute des Todes werden, vom Tode ausgespannt, befreit, umfangen, durch die Pforten des Todes gehen; den Geist aushauchen, verhauchen, aufgeben; die Seele verlässt den, trennt sich vom Körper, Leibe, die Seele entflieht, die Lebensgeister entfliehen, entweichen; ins Grab, in die Grube, in die Gruft sinken, hinabsinken, in die Grube fahren; zur Ruhe eingehen, sich schlafen legen, sich zur Ruhe legen, to Bedde gân (Osnabrück), zur Ruhe kommen, ins Land der Ruhe, des Friedens, ins Todtenreich, ins Schattenreich eingehen, wandern, eingeführt, versetzt werden; in die andere (bessere, jene) Welt, in die Ewigkeit (ein-, über-)gehen, versetzt werden; das Zeitliche mit dem Ewigen, das Irdische mit dem Himmlischen vertauschen, das Irdische, Vergängliche ausziehen und das Unvergängliche, Ewige anziehen; zu den Vätern versammelt werden, zur ewigen Freude eingehen, ins ewige Vaterland, in die Heimat zurückkehren; sein (Sterbe-)Stündlein ist gekommen, vorhanden, hat geschlagen, die Todesstunde schlägt, die Uhr, das Stundenglas ist abgelaufen, der Sand verronnen, an der Todespforte stehen; mit dem Tode kämpfen, ringen, den Todeskampf kämpfen, im Todeskampf, in Todesangst, in den letzten Zügen, vor dem letzten Anker liegen; fegge sin (in Osnabrück für: bald sterben, s.  Feige, Adj., 1), auf dem letzten Loche pfeifen, up de letzten Bêne gàn, sin Brot bit up en klenen Knust up gêten hebben (Holstein), sein letztes Brot ist ihm gebacken. (Redensarten für gestorben sein s.  Todt.)“

Sprichwörterlexikon: Sterben. Deutsches Sprichwörter-Lexikon, S. 45228-45231 (vgl. Wander-DSL Bd. 4, S. 838-839)

Huflaikhan

Martin Hufner ist Musikjournalist und -kritiker.

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