Himmel über der Havel

Der mächtige Augenblick. Die Dunkelheit folgt. Die Natur – wenn sich die Erde dreht. Oh, Buckminster Fuller, der du in dich hineinschieltest.

Wie man es auch dreht …

Himmel über der Havel. Foto: Hufner

Himmel über der Havel. Foto: Hufner

Sonnenuntergang am See

Wie vor Jahren blick‘ ich wieder
Auf die braunen Wogen nieder,
Wie sie brandend mich umsprühn.
Immer seid ihr noch die gleichen,
An die Wolken wollt ihr reichen,
Felsen stürmt ihr – eitles Mühn!
Ach, in eurem Bild zerstieben
Schau‘ ich eignes Hoffen, Streben, Lieben!

Auf ihr Purpurkissen sinket
Müd die Sonne, goldhell blinket
Durch die Wolken noch ihr Licht.
Einen Gruß noch ihren Wogen
Winkt sie, schon hinabgezogen,
Und die Dunkelheit umflicht
Ihre königliche Stirne, – stummer
Wird die Welt und sinkt mit ihr in Schlummer.

Lingg: Ausgewählte Gedichte. Deutsche Lyrik von Luther bis Rilke, S. 71052 (vgl. Lingg-AG, S. 52-53)

Huflaikhan

Martin Hufner ist Musikjournalist und -kritiker.

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