Sonnenblumenwende

Der Tag war nass, der Tag war grau. Da brauche ich jetzt Farbe(n) für mein Gemüt.

Sonnenblume im August. Foto: Hufner

Sonnenblume im August. Foto: Hufner

Tote Blumen

In des Hofes Sterbewinkel,
schräg vom Dachfirst überhangen,
liegt auf Scherben Schutt und Kehricht
– tief das Haupt in Staub gepreßt –
eine tote Sonnenblume.

Aus dem Dachrohr unermüdlich
rieselt der Septemberregen,
rinnt und rinnt, und kann doch nimmer
die Verwelkte neu beleben,
kann aus ihrem Strahlenkelch
nicht den Staub der Erde waschen.

Clara Müller-Jahnke: Gedichte. Deutsche Lyrik von Luther bis Rilke, S. 80346 (vgl. Müller-Jahnke-Ged., S. 272)

Huflaikhan

Martin Hufner ist Musikjournalist und -kritiker.

Kommentar verfassen