Moderne Kamerahaltung III: Gedankenübertragung

Kabellose Gedankenübertragung. Quelle: fotolia

Wir wissen nicht genau, welcher Kamerahersteller heimlich dieses Bild:

Kabellose Gedankenübertragung. Quelle: fotolia
Kabellose Gedankenübertragung. Quelle: fotolia

in einem Stockfotoarchiv verbuddelt hat, denn erstaunlicherweise ist das Bild eigentlich ziemlich scharf, nur die Schrift auf dem Objektiv ist irgendwie unklar. Wie auch immer, dieser Hersteller wird sicherlich die nächste photokina rocken.

Kameratechnik vom Feinsten. Foto: fotolia
Kameratechnik vom Feinsten. Foto: fotolia

Offensichtlich ist es ihm nämlich gelungen, eine kabellose Verbindung zum Gehirn und den Arealen des Gehirns zu konstruieren, die für die Verarbeitung von optischen Reizen zuständig sind. Ziemlich genial und sehr erfreulich für die Fotografin wie man sieht.

Es dürfte ein leichtes sein, ein bisschen graue Masse per Bluetooth-Verbindung in weiterverarbeitende Geräte zu bugsieren. Ich kann nur sagen: WOW.

Andere haben ja ein Brett vorm Kopp, das hat ein ähnlichen Effekt.

Moderne Kamerahaltung II: Multitasking und Ergonomie

Sigma weiß wie sichs gehört

Aus dem Profi-Reporterbereich kennt man sie: Fotografen und Fotografinnen, die mit mehreren Fotoapparaten hantieren. Da braucht man für die Situation immer den richtigen Apparat und/oder die richtige Brennweite. Und zwar augenblicklich. Da ist keine Zeit für umständlich-langwieriges Hantieren und Auf- oder Abschrauben.

Die Firma Sigma weiß, wie das geht:

Sigma weiß wie sichs gehört
Sigma weiß, wie es sich gehört

Das fordert auch neue Methoden der Handhabung heraus, wie man am Beispiel sieht. Bloß nicht die Hand vors Objektiv halten!

Allerdings ist diese Lösung bislang nur suboptimal. Es dürfte einigermaßen schwierig sein, bei der Gestaltung der Funktionselemente, den Auslöser zu drücken. Das müsste noch besser gemacht werden. Ein Auslöser direkt am Objektiv wäre hier eine definitiv ergonomischere Lösung. (Es sei denn, man hat schon WLAN, dann wäre die Möglichkeit der Fußbedienung eine Option.)

Sensorenpest – eine Seuche breitet sich aus

The C-Circle-Defect

In letzter Zeit kann man immer häufiger Defekte an Sensoren von Digitalkameras entdecken. Sie machen Sie bemerkbar auf Fotografien. Hier ein Beispiel für so ein kaputtes Bild.

The C-Circle-Defect
The C-Circle-Defect

Hier haben wir eine ganz famose Fotografie aus der Gruppe der Straßenlandschaftsfotografie. Die Komposition ist phänomenal!

Nichts scheint hier dem Zufall überlassen zu sein: Die Wölkchen am Himmel, die wenigen semiotischen Hinweise, die Komposition aus drei Laternen und drei Fahnenmasten, hervorragend die Bildteilung. Das muss man erst einmal sehen. Auch jene Person, die aus dem Nichts in diese sonst so verlassen wirkende Komposition hineinzulaufen scheint, bricht den Zusammenhang nicht, sondern verstärkt ihn in geradezu dialektischer Weise nur noch mehr. Ein Meisterwerk der Fotokunst, gar kein Zweifel.

Wäre nur nicht die Kamera defekt gewesen.

Über, wenn nicht gar auf allem, lastet diese blasse Kreis in dem ein blasses kleines „c“ zentriert wurde. Was hat den Fotografen dazu gebracht, dieses Werk so zu zerstören?

Es war der defekte Sensor. Schade um das Bild.

Worum handelt es sich?

Wie eine Seuche breitet sich das Phänomen aus. Immer mehr Fotoapparate scheine betroffen zu sein, das ganze Internet ist voll von derartige verschandelten Fotografien. Selbst Profi-Fotografen haben dieses Problem: wie hier Detlef Schilke. Es kommt einem komisch vor, dass diese Fotografen das Phänomen nicht zu bemerken scheinen, so als ob sie das selbst nicht wahrnehmen würden. Wie kann man sonst derartig defekte Bilder veröffentlichen.

Aber das ist kein Spaß: Man sollte diese defekten Kameras umgehend zur Reparatur bringen, bevor sich das c-circle-Symptom weiter ausbreitet. Man weiß noch nicht genau, wo das Problem herkommt, ob aus der Massensensorhaltung im Medienmarkt des eigenen Vertrauens oder ob es sich zum Beispiel bei Treffen von Fotofreunden ausbreitet.

Wenn man genau hinsieht, fällt zudem eine abartige Verwandlungsfähigkeit des Defektes auf, selbst die Schielpiraten scheinen irgendwie betroffen.

Defete Sensoren
Defekte Sensoren

Hier unten im Bild, perfide sogar Vertrautheit vorschützend, der Virus ist offensichtlich lernfähig, was ihn nur noch myteriöser macht. Am Ende droht der Verlust sämtlicher Bildinhalte, bzw. ihre fotografischen Zerstörung.

Zunehmender Defekt
Zunehmender Defekt

Und schließlich der Verlust des kompletten Sensors: Hier Bild kurz vor dem Tod des Sensors.

Kurz vor dem Ende
Kurz vor dem Ende

Und passen Sie auf, es gibt Fotos, die scheinbar auf einen defekten Sensor hindeuten, die aber gar nicht betroffen sind. Hier ein Beispiel:

Geheimnisvolles C
Geheimnisvolles C

Nein, auch wenn das Bild auf den ersten Blick hin vom Defekt betroffen zu sein scheint, das ist nicht der Fall. Das mysteriöse „c“ ist in einem blauen Quadratrahmen auf weißem Hintergrund platziert. Aber wer kennt heute noch den Unterschied zwischen Quadrat und Kreis? Ein Laie ist damit vermutlich überfordert. Und das ist die nächste große Gefahr. Oder operieren Sie sich selbst beispielweise einen Leistenbruch mit Hilfe eines Mückennetzes in der Küche? Da muss eine Fachfrau oder ein Fachmann ran.

Was kann man tun?

Tipp 1: Vermeiden Sie Ansammlungen von Fotografen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass einer von ihnen diesen Sensor-Defekt weiterreicht.

Tipp 2: Fotografieren Sie nur Gegenstände, die frei von optischen Defekten sind. Noch wird nämlich gerätselt, ob die Übertragung nicht doch durch die fotografierten Objekte mitausgelöst wird. Schauen Sie sich die Sammlungen von Stockfotografie an, überall Sensordefekte.

Tipp 3: Schauen Sie sich nur Bilder an, die frei von diesen Sensor-Defekten sind. Die obigen sind nur zum Zwecke der Veranschaulichung „bearbeitet“ worden. Vermeiden Sie Seiten, die Kopierschutz vorgeben, denn:

Tipp 4: Kopierschutz schützt nicht vor diesem Virus. Glauben Sie nicht alles, was Sie von Freunden, Kollegen, Wettbewerbern hören. Nein, glauben Sie es einfach nicht. Glauben Sie nix!!

Tipp 5: Vermeiden Sie den Besuch von Ansammlungen Fotoapparaten. Wie in großen Kaufhäusern. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Ware verseucht ist, ist groß. Je teuerer, desto wahrscheinlicher. Berichte von erkrankten Sensoren in der Knipsenklasse der Fotoapparate sind weniger bekannt.

Tipp 6: Vermeiden Sie das Lesen von Fototests und/oder Webseiten mit defekten Bildern. Besuchen Sie nach Möglichkeit nur Seiten mit folgendem Logo.

No C
No C

Tipp 7: Eine Heilung ist nicht möglich. Außer bei den Schielpiraten. Wir können den Sensor wieder flott machen, versuchen Sie nicht, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Für eine Heilung brauchen wir aber ihr absolutes Vertrauen! Wir benötigen sämtliche relevanten Daten bis hin zur Rechnung und zur Verzichtserklärung. Heilung ist bei uns möglich, aber unwahrscheinlich.

Schauen Sie sich das Bild von einem gesunden Sensor zum Schluss an. Bei diesem Apparat hatten wir jede Hoffnung aufgegeben – die FollFosten-Kamera Nokina DF (das DF steht übrigens für DeFekt). Aber nach etwa einer sechsjährigen Behandlung waren die Resultate des Apparates wieder ansehnlich.

sensor-heilung